10-Sep-26 Kein Ende der Korridorsanierungen absehbar Wie zahlreiche Medien heute berichten, hat DB-Chefin Palla angekündigt, den Zeitplan der Korridordanierungen (früher: "Generalsanierungen") nochmals zu verlängern. Meldungen und Berichte gibt es z.B. bei schiene.de, rnd.de (mit "Next Level ICE" und "will dem Fernverkehr Beine machen"), tagesschau.de, capital.de ("könnten bis in die 2040er Jahre dauern", mit Statement Allianz pro Schiene). Ursprünglich sollten zwischen 2024 und 2030 40 Strecken generalsaniert werden. Später wurde der Zeitraum bis 2036 ausgedehnt, und die Zahl der zu sanierende Korridore leicht erweitert. Palla nannte nun die Zahl von zwei Korridoren, die pro Jahr saniert werden sollten, "bei besonderen technischen Notwendigkeiten" auch drei. Fünf Korridore wurden bisher saniert – nicht immer mit dem öffentlich und politisch erwarteten Ergebnis – drei weitere sollen Ende des Jahres fertig sein. Zweifel am Zeitplan waren von vornherein vorhanden, u.a. mit Blick auf den Ablauf anderer Bahnprojekte. [el]
09-Sep-26 Wenig Auskunft zu 35 Bahnprojekten In einer parlamentarischen Anfrage hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag versucht, von der Bundesregierung Auskunft zum Planungsstand von 35 Bahnprojekten zu bekommen. Zu den fraglichen Vorhaben gehören unter anderem die Ausbaustrecken Berlin–Dresden, München–Mühldorf–Freilassing, Berlin–Hannover und Karlsruhe–Basel, die Neu- und Ausbaustrecke Frankfurt–Mannheim sowie Projekte in den Knoten Frankfurt, Hamburg, Hannover, Mannheim und München und mehrere Anlagen des Kombinierten Verkehrs.
In der Vorbemerkung stellen die Grünen fest, dass die Finanzierung von Bahnprojekten in der weiteren Planung aktuell nicht abgesichert ist, trotz zum Teil erfolgter parlamentarischer Befassungen. Dem widerspricht die Bundesregierung nicht, stellt aber fest, dass es keine Pausierung von Planungen gebe oder gegeben habe. Um die Mehrzahl der Antworten drückt sich die Bundesregierung mit der Entschuldigung, es handele sich um Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der DB InfraGO AG.
Angesichts der Tatsachen, dass die DB InfraGO AG dem Bund gehört, im öffentlichen Auftrag handelt, und gemeinwohlorientiert sein soll, wirkt dieses Argument zunehmend merkwürdig und ärgerlich. Als Folge dieser Haltung der Regierung ist das Antwortdokument daher im Detail eher unergiebig. [el]
09-Sep-26 Einmal quer durch die EU Im Rahmen seiner Projektserie #Crossborderrail versucht sich Jon Worth an einer Rekordfahrt: Die längste in der EU (inkl. Schweiz) mögliche Bahnfahrt führt von Kemijärvi in Finnland nach Lagos in Portugal. Start war vorgestern und an der finnisch-schwedischen Grenze gab es den ersten unplanmäßigen Aufenthalt. Jetzt ist er aber Richtung Süden unterwegs. Zum Start der Reise gab es eine Erläuterung für die Medien, und man kann Jons Fahrt auf Bluesky oder Mastodon folgen. Möglichkeiten, ihn unterwegs zu treffen, müssen aufgrund der Probleme in Haparanda verschoben werden; wer interessiert ist, bitte auf neue Ankündigung warten. [el]
08-Sep-26 Zweites Zwischenfazit zur InfraGO klar ungenügend Das nach 2024 zweite Zwischenfazit zur Leistung der "gemeinwohlorientierten" DB InfraGO AG fällt nach Ansicht der Verbände Fahrgastverband PRO BAHN, mofair und DIE GÜTERBAHNEN klar "ungenügend" aus. Das zuständige Verkehrsministerium verlasse sich erneut auf die Zusicherung der bundeseigenen DB AG, im integrierten Konzern werde es nun mit neuer Unternehmensführung und einigen neuen Werbebotschaften schon besser werden. Was die Verbänden als notwendig erachten, halten sie in fünf Punkten fest: Der Bund braucht eine eigene Steuerungsinstitution mit klaren Zielen, Kompetenzen und Berichtspflichten. Die DB InfraGO muss für jeden Sanierungskorridor öffentlich und ehrlich über Termine und den kritischen Pfad berichten. Die Netzfinanzierung benötigt eine überjährige Grundlage. Eine Tassenpreisreform hin zum Grenzkostenprinzip ist überfällig. Verkehrsunternehmen und Fahrgäste müssen an der Revision der Korridorsanierungen und an der "Leistungsvereinbarung InfraGO" beteiligt werden. [el]
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